William Christie (* 19. Dezember 1944 in Buffalo, USA) ist ein amerikanischstämmiger französischer Dirigent und Cembalist.
Christie hat in Harvard und Yale Klavier, Orgel und Cembalo studiert. Nach dem Kontakt mit dem Cembalisten
Ralph Kirkpatrick begann er sich für die französische Kultur zu interessieren und siedelte 1971 nach Paris über. Bei
Kenneth Gilbert und David Fuller nahm er weiter Cembalounterricht und wurde schließlich Cembalist des 1977 durch
René Jacobs gegründeten Concerto Vocale Gent.
1979 gründete er das Ensemble
Les Arts Florissants, das auf historischen Instrumenten sowie Nachbauten spielt und sich hauptsächlich der Barockmusik widmet. Zu Christies wichtigsten Verdiensten zählt die Wiederaufführung von mehreren französischen Barockopern - vorwiegend von Rameau und Lully. Davon und auch von
Händel-Opern und -Oratorien gibt es ausgezeichnete Aufnahmen. Christie war beim Auswählen seiner Solisten und Ensemblemitglieder erfolgreich, denn ausgezeichnete und erfolgreiche Künstler wie Veronique Gens, Hugo Reyne und
Andreas Staier begannen ihre Karriere bei Les Arts Florissants.
Zwischen 1982 und 1995 lehrte Christie am Pariser Konservatorium historische Aufführungspraxis. Ab dem Herbstsemester 2009 lehrt Christie als Gastprofessor im „Juilliard Historical Performance Program“ der Juilliard School in New York City.
1995 wurde Christie französischer Staatsbürger und in die Ehrenlegion aufgenommen. Am 27. Januar 2010 wurde William Christie in die französische Académie des Beaux-Arts aufgenommen.